Was ist „Deep Research“ bei den KI Chat Bots?

Nahezu alle KI Chat Bots wie ChatGPT, Gemini, Grok etc. haben mittlerweile eine Deep Research oder teilweise auch Deep Search genannte Funktion. Doch was ist damit gemeint? Deep Research im Kontext von KI-Chatbots bezeichnet in der Regel die Fähigkeit eines Chatbots oder KI-Systems, besonders tiefgehende, umfassende und präzise Recherchen durchzuführen welche deutlich über das hinaus geht, was bei allgemeinen Suchanfragen möglich ist. Es geht dabei nicht nur um Faktenwissen, sondern um strukturierte Analyse, Synthese und Kontextverständnis.

Deep Research Funktion im Google Gemini Chat Bot.

Beispiel einer Deep Research Anfrage mit ChatGPT

Machen wir ein Beispiel einer Deep Research Anfrage und verwenden dabei einmal ChatGPT und einemal Gemini. Und zwar möchten wir in Erfahrung bringen, wie weit der Nachnamen unseres Bundeskanzlers „Merz“ weltweit verbreitet ist. Was der Name bedeutet und ob es feststellbare Migrationsbewegungen gab. Wir setzen somit folgenden Prompt in ChatGPT ab:

Deep Research mit ChatGPT. Prompt: „Es geht um den Nachnamen „Merz“. In welchen Regionen ist der Nachname „Merz“ am verbreitetsten? Welche Bedeutung hat der Name „Merz“. Gab es in den letzten Jahrhunderten Migrationsbewegungen von Personen mit Nachnamen Merz?“.

Im Gegensatz zu den normalen Suchanfragen, fragt die KI bei Deep Research häufig mehrmals nach und erbittet um Präzisierung der Anfrage. So fragt ChatGPT nach ob die Suche weltweit oder z.B. nur in Deutschland gestartet werden soll. Wir verlangen eine weltweite Recherche und geben das via Prompt als Antwort:

Deep Research mit ChatGPT: Präzisierung der Anfrage.

Die KI startet nun den Recherchevorgang welcher deutlich länger dauert als normale Anfragen via Chat Bot. Je nach Komplexität und georderten Rechercheergebnissen, ist der Aufwand für die KI unterschiedlich. In unserem Beispiel hat ChatGPT rund 10 Minuten recherchiert. Während des Bearbeitungsprozesses werden verschiedene Details angezeigt. So werden beispielsweise Quellen aufgelistet mit denen sich die KI gerade zum Thema beschäft:

Deep Research mit ChatGPT: Quellen werden angezeigt.

Nach Abschluss der Recherche wird von ChatGPT ein Bericht verfasst, welcher die Ergebnisse der Deep Research Anfrage darlegt. Am Schluss des Berichts werden auch die Quellen genannt bei denen die KI die Informationen gefunden hat:

Deep Research mit ChatGPT: Ergebnisse der KI zu Recherche zum Nachnamen „Merz“.

Beispiel einer Deep Research Anfrage mit Gemini

Zum Vergleich starten wir mit der gleichen Fragestellung eine Deep Research Anfrage beim Chat Bot Gemini von Google. Grundsätzlich ist der Prozess genau gleich aufgebaut. Wir verwenden zum Start also den gleichen Prompt wie bei ChatGPT zuvor: „Es geht um den Nachnamen „Merz“. In welchen Regionen ist der Nachname „Merz“ am verbreitetsten? Welche Bedeutung hat der Name „Merz“. Gab es in den letzten Jahrhunderten Migrationsbewegungen von Personen mit Nachnamen Merz?“

Nach einer kurzen Analyse präsentiert Gemini sein Recherche Konzept welches für die Bearbeitung der Anfrage ausgearbeitet wurde. Dies kann nun bestätigt oder weiter ergänzt werden. Auf Wunsch können somit weitere Recherche Punkte zum Plan hinzugefügt werden:

Deep Research mit der KI Gemini von Google.

Gemini zeigt nun während der Recherche laufend an welche Quellen derzeit ausgewertet werden und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden. Zudem werden Zwischenergebnisse aufgelistet und die nächsten Schritte der Recherche:

Deep Research mit der KI Gemini von Google. Gemini listet aktuell verwendete Quellen und Zwischenergebnisse während dem Recherchevorgang.

Nach ebenfalls rund 10 Minuten Bearbeitungszeit steht auch in Google Gemini der Abschlussbericht zur Verfügung. Die Recherchen von Gemini sind etwas detaillierter als die von ChatGPT. Gemäss eigenen Angaben hat die KI für die Recherche über 90 Quellen ausgewertet.

Deep Research mit der KI Gemini von Google. Abschlussbericht der KI zum Thema „Nachnamen Merz“.

Besonders hervorzuheben sind in Gemini die Export und Weiterverarbeitungsmöglichleiten der Resultate. So lassen sich die recherchierten Daten beispielsweise als CSV exportieren. Die Daten lassen sich auch direkt von der KI in Grafiken umwandeln wie folgendes Beispiel zeigt:

Deep Research mit der KI Gemini von Google. Rechercheergebnisse können auch als Grafik aufbereitet werden.

Unter dem Strich gefällt uns die Deep Research Funktion von Google Gemini sehr gut. So kann mehr Einfluss auf den Recherchevorgang genommen werden. Die verwendeten Quellen werden besser ausgewiesen im Vergleich zu ChatGPT und die Ergebnisse können direkt weiterverwendet, aufbereitet oder exportiert werden.

Verfügbarkeit von Deep Research Anfragen

Deep Research Anfragen benötigen deutlich mehr Rechenpower der KI und weisen somit auch einen höheren Stromverbrauch auf. Je nach Chat Bot sind Deep Research Anfragen nur in den kostenpflichtigen Accounts verfügbar. Doch auch in den Bezahlaccounts sind die Anzahl der Anfragen häufig limitiert. So können beispielsweise bei ChatGPT derzeit im 23 Euro/Monat teuren Plus Tarif nur 25 Deep Research Anfragen pro Monat abgesetzt werden. Die Einschränkungen und Limitation ändern jedoch regelmässig.

Fazit

Deep Research ist eine gute Möglichkeit, wenn die normalen Suchanfragen in den Chat Bots zu keinen brauchbaren Ergebnissen führen. Mit Deep Research sucht die KI deutlich detaillierter und vertiefter nach den gewünschten Informationen und setzt die Recherchen basierend auf Zwischenresultaten fort. Die Anfragen dauern jedoch deutlich länger und die erforderlichen Rechenkapazitäten sind immens. Daher ist Deep Research meist nur in limitierter Anzahl für bezahlende Kunden verfügbar.

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